top of page

5 Dinge, die ich als Läuferin in den letzten 12 Monaten gelernt habe

Als Läufer:in lernt man nie aus. Und selbst wenn man denkt, man wisse schon über alles Bescheid so gibt es die eine oder andere Erleuchtung, die dein Laufleben verändern kann. 5 Dinge, die ich als Läuferin in den letzten 12 Monaten gelernt habe

Nele beim Laufen
5 Learnings, die ich über das Laufen in den letzten 12 Monaten gelernt habe

Zwischen Laufen und Laufpause – die letzten 8 Monate


Ich möchte mich eigentlich nicht wiederholen, und dennoch tue ich es: die letzten Monate waren schwierig. Und sie sind es immer noch. Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich seit mittlerweile 8 Monaten in einer "Laufpause" – in Anführungszeichen gesetzt, da ich hin und wieder versuche, mit dem Laufen wieder anzufangen. Wer mir folgt der weiß, dass ich nach meiner Bänderzerrung im Mai 2022 nicht mehr wirklich auf die Beine gekommen bin ich Probleme mit den Sehnen habe. Seitdem steht mein Laufleben Kopf: es gibt Tage an denen ich mir zu 100% sicher bin, nie wieder richtig laufen zu können – bye bye Bestzeiten, bye bye der nächste Halbmarathon. Dann gibt es aber auch Tage an denen ich weiß, dass all das wieder wird. Und während ich daran glaube, spüre ich meinen rechten Fuß so sehr wie nie zuvor. Und jede:r der gesund ist weiß, dass man Körperteile nicht spüren sollte, wenn es einem gut geht ...


Über das Laufen nachzudenken tut mir weh. Über das Laufen zu schreiben fällt mir schwer und Läufer:innen in den sozialen Medien zu sehen beschwert mir Herzschmerz. Das ist die bittere Wahrheit. Nur weil ich nicht täglich das fehlende Laufen priorisieren heißt das nämlich noch lange nicht, dass ich damit abgeschlossen habe. Ganz im Gegenteil. Es fehlt mir. Und es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht wünsche, beschwerdefrei durch die Natur zu laufen. Das ist die Wahrheit. Und die Wahrheit, die tut weh.


Doch neben all dem physischen und psychischen Schmerz musste ich mich damit auseinandersetzen, wie es weitergehen soll. Mit mir. Mit dem Laufen. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Antwort habe (und das ist gut, oder?!), so habe ich Learnings aus den letzten Monaten gezogen. Ganz gleich, ob du aktuell verletzt bist und nicht laufen darfst, dir die Motivation fehlt oder du ein runnerslow hast – ich bin mir sicher, dass dir diese 5 Learnings weiterhelfen können.



5 Learnings über das Laufen


1. Deine Laufuhr sagt nichts darüber aus, ob dein Lauf gut war oder nicht


An dieser Stelle muss ich ein wenig schmunzeln. Wer kennt das nicht? Ein Lauf ohne Laufuhr hat nicht stattgefunden. Die angezeigte Erholungszeit erklärt dir, wie dein Lauf war und die Herzfrequenz bestimmt unter anderem deinen VO2 max Wert. Ja. Wenig Erholungszeit plus ein guter Wert ist gleich ein erfolgreicher Lauf. Nein. Ein Lauf ist dann gut, wenn du dich danach gut fühlst. Wenn du keine Schmerzen hast, die Beine locker sind und dein Herz springt. Dann war der Lauf gut. Was die Laufuhr zeigt sind bloße numerische Werte, die Emotionen und physische Faktoren nicht berücksichtigen kann. Zumindest kaum. Wenn ich nach 4 Wochen wieder ein wenig laufen konnte, dann eskalierte meine Laufuhr: viel zu viel Anstrengung, langsame Pace, wenige Kilometer. Trainingszustand: lässt zu wünschen übrig. Was soll ich sagen: nichts war mir mehr egal als diese Anzeige auf meiner Laufuhr.



2. Du bist ein:e Läufer:in. Egal, ob du 5 oder 50 Kilometer in der Woche läufst


Ein altbekanntes Klischee. Nur wer viel läuft, ist ein:e Läufer:in. Nein. Sobald du von der Couch aufstehst und deine Laufschuhe schnürst, bist du ein:e Läufer:in. Basta. Ich komme schon lange nicht mehr auf meine 30-50 Kilometer in der Woche. Macht mich das deshalb weniger zur Läuferin? Damals dachte ich: ja. Heute weiß ich, dass diese Werte absolut nichtssagenden sind. Sie geben lediglich mein Trainingspensum wieder. Allerdings sagen sie weder etwas über meine Laufleistung, noch über meine Expertise aus. Es spielt keine Rolle, wie weit oder wie schnell du läufst. Lauf einfach.


3. Dein Laufverhalten darf sich ändern und sagt nichts über deine Leistung aus


Läufer:innen besitzen Routinen. Sie helfen uns, unsere Ziele zu erreichen und konsistent zu bleiben. Im Leben gibt es verschiedene Faktoren, die unser Laufverhalten beeinflussen: Das Alter, unsere körperliche Fitness, privater Stress, der Job, Verletzungen ... – vor allem letzteres kann unser Laufverhalten nachhaltig prägen. Nur weil du in jüngeren Jahren ehrgeiziger und körperlich fitter warst heißt das nicht, dass du ein paar Jahre später deinen Trainingsplan noch exakt so einhalten musst. Menschen verändern sich. Du veränderst dich. Seine Wochenkilometer zu reduzieren heißt nicht gleich, dass die Laufleistung abnimmt. Vielmehr beweist es, dass du auf dich achtest und anpassungsfähig bist.


4. Nur weil du (für eine längere Zeit) nicht laufen kannst heißt das nicht, dass dir die Expertise fehlt


Dieser Punkt hat bei mir dazu geführt, dass auf RUNNERFEELINGS.com keine Beiträge mehr online gegangen sind. Ich darf und kann nicht laufen – deshalb ergibt es keinen Sinn, dass ich euch Kauftipps gebe oder aber Trainingspläne erstelle. Dass das nicht richtig ist, weiß ich mittlerweile. Eine Laufpause, egal wie lange sie dauert, nimmt mir zwar die Bewegung, nicht aber das Know-how und die Freude an dem, was ich tue: Motivation und Tipps mit euch zu teilen, meine Laufgedanken niederzuschreiben und Ziele zu manifestieren. Einmal Läufer:in, immer Läufer:in.



5. Du musst als Läufer:in nicht an Wettkämpfen teilnehmen


Da ziehen sie ins Land: Die Anmeldungen für meine Läufe 2023. Aktuell sehe ich mich an keiner einzigen Startlinie stehen. Ich bin froh, wenn ich schmerzfrei wieder laufen kann und es egal ist, ob ich die Ziellinie erreiche und eine Medaille erhalte oder nicht. Es gab Laufzeiten, in denen ich einfach gelaufen bin. Ohne einen offiziellen 10k oder 21k Run zu absolvieren und unterirdische Startgebühren zu zahlen. Und es gab Laufzeiten, in denen ich keine Chance für einen offiziellen Wettkampflauf verpasst habe. Unterm Strich spielt es keine Rolle, ob du an Wettkämpfen teilnimmst oder nicht. Auch wenn die Motivation stets intrinsisch sein sollte, so macht es dich nicht zu einer besseren Läuferin // einen besseren Läufer. Lass die anderen dabei sein. Du bist auch ohne all das ein:e tolle:r Läufer:in.

 

Das Schöne am Laufen: man lernt nie aus. Das Schöne am Nicht-Laufen: man lernt nie aus. Ich hoffe, dass ihr das ein oder andere Learning für euch manifestieren und dem Laufen neue Impulse geben könnt.

bottom of page