• Nele Doerk

Hoher Puls beim Laufen – diese 3 Ursachen können dahinter stecken

Ein hoher Puls beim Laufen kann verschiedene Ursachen haben. Welche Ursachen bei mir meistens dahinter stecken und was ich gegen einen hohen Puls beim Laufen unternehme

Hoher Puls beim Laufen – was steckt dahinter?

Hoher Puls beim Laufen – welche Werte sind normal?


Ich gehöre wohl zu den Läufern, die eher hochpulsig unterwegs sind. Was das bedeutet? Wenn ich mich an Definitionen wie „wenn dein Puls bei einer Geschwindigkeit x etwa xy Schläge pro Minute aufweist, dann ist das nicht gut“ halte, dann sollte ich möglich lieber nicht mehr laufen gehen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass meine Herzfrequenz selbst bei moderatem Tempo höher als der Durchschnitt ist. Solange ich mich jedoch vital und wohl fühle und auch nach der Laufeinheit keine Beschwerden auftreten, mache ich mir da keine Sorgen.

einen für mich lockeren Dauerlauf (5:50 min/km) mit einer durchschnittlichen HFQ von 165 laufe, dann laufe ich nicht am Limit. Auch wenn ich mich per Definition schon längst im anaeroben Bereich befinde. Aber dazu bald mehr in einem anderen Blogbeitrag.


Auch wenn ich bei dem Thema „Puls und Laufen“ ein wenig aus der Reihe tanze, so möchte ich euch gerne über die möglichen Ursachen eines zu hohen Pulses aufklären. Denn es kann nicht verkehrt sein, ab und zu auf den eigenen Puls zu achten.


Lese hier: 5 körperliche Symptome, bei denen du eine Laufpause machen solltest


Ursachen für einen zu hohen Puls beim Laufen


Wenn ich beim Laufen auf meinen Puls achte und merke, dass er im Vergleich zu den letzten Laufeinheiten unnormal hoch ist dann weiß ich: hier stimmt irgendetwas nicht. 15-20 Schläge mehr als sonst sollten definitiv hinterfragt werden.

Ein hoher Puls beim Sport kann auch ein Indiz dafür sein, dass der Körper gerade mit mehr als nur mit der Belastung beim Laufen zu kämpfen hat.

Wenn ich bei einem für mich eher lockeren Läufchen einen Puls von 170 feststelle, dann weiß ich: „Okay Nele, dein Körper ist entweder gerade nicht fit und erschöpft, oder in dir steckt ein Virus.“ In den meisten Fällen kann ich es ganz gut abschätzen, ob der hohe Puls bei mir Hitze-, Kälte- oder Höhen- bedingte Ursachen hat, oder aber eine andere Ursache ausschlaggebend ist.


Was ich euch an dieser Stelle mit auf dem Weg geben möchte sind zwei Dinge: Die Gründe für eine hohe HFQ sind sehr verschiedenen. Je mehr man auf sich und seinen Körper achtet, desto besser kann man die Signale wahrnehmen und interpretieren. Demnach sind die folgenden drei Gründe in erster Linie meine Gründe, die allerdings verallgemeinert werden können. Die zweite Sache ist die, dass ein hoher Puls nicht gleichzeitig einen der Gründe als Ursache haben muss. Solange ihr nach dem Laufen keine körperlichen Probleme aufweist und nicht in eine Art Schnappatmung geratet, ist alles in Ordnung.


1. Hoher Puls beim Laufen: Achtung, Erkältung


Ein beschwertes Gefühl auf der Brust, ein hoher Puls und ein starkes Schwitzen können Indizien für eine angehende Erkältung sein. Treten diese Eigenschaften beim Laufen auf, dann ist Vorsicht geboten. In diesem Fall empfehle ich: 1-2 Kilometer locker testen, ob der andere Puls nicht andere Ursachen haben könnte. Falls nicht: aufhören, umdrehen und ab nach Hause. Beobachtet an dieser Stelle, wie schnell euer Puls wieder nach unten geht. Innerhalb von 30 Sekunden sollte er sich im Normalfall um 20-30 Schläge erholen.

Mein Tipp: Stoppt euer Lauftraining für die nächsten Tage und beobachtet eure Herzfrequenz bei mäßiger bei anstrengender Aktivität. Sollten jedoch Halsweh oder Schnupfen auftreten, dann gilt: Füße still halten.


2. Hoher Puls aufgrund der Psyche


In einem anderen Blogbeitrag habe ich euch erklärt, was Laufen für die Seele bedeutet. Umgekehrt hat die Seele auch eine Bedeutung für das Laufen. Stress, Trauer oder auch Wut können sich nicht nur auf die Psyche auswirken, sondern auch auf den Körper, vielmehr: das Herz. Mittlerweile weiß ich, dass wenn ich gestresst bin mein Puls beim Laufen höher ist – und das ist absolut in Ordnung. Übrigens reagiert der Puls auch auf das Wahrgenommene um euch herum: Straßenverkehr kann ebenfalls ein Stressfaktor sein und den Puls in die Höhe schießen lassen. Was ich gelernt habe: ärgert euch nicht über den höheren Puls, denn das lässt ihn nur noch weiter steigen.


Lese hier: Laufpause wegen Verletzung – wie du mental damit umgehen solltest


3. Hohe Herzfrequenz beim Laufen: Der Körper ist müde


An dieser Stelle bringt dich auch die größte Motivation nicht ans Ziel: Wenn der Körper müde ist, dann ist er müde. Eine hohe Herzfrequenz beim Laufen entsteht zum Beispiel dann, weil der Körper immens versucht, gegen die Erschöpfung, bzw. die Müdigkeit anzukämpfen – muss er ja!


An manchen Tagen fühlen wir uns einfach nicht „nach laufen gehen“. Oftmals versuchen wir dann, gegen den inneren Schweinehund anzukämpfen und dennoch die Laufschuhe zu schnüren. Doch manchmal ist dieser Weg nicht der richtige – nämlich dann, wenn wir uns beim Laufen nicht fit fühlen und die Pulsanzeige auf unserer Laufuhr dieses Gefühl bestätigt. Dann gilt es: umdrehen, Laufschuhe aus und ab auf die Couch. Zu diesem Punkt muss ich mich nicht zum Laufen zwingen, denn das tut meinem Körper nicht gut. Deshalb rate ich dir – höre auf Deinen Körper und brich den Lauf ab. Ein Fehlversuch ist nämlich kein Weltuntergang sondern vielmehr ein wichtiger Schritt zu mehr Achtsamkeit.


Hoher Puls während des Laufens – was muss ich jetzt tun?


Solltet ihr einmal während eures Lauftrainings feststellen, dass sich euer Puls sprunghaft verhält oder höher ist als sonst – nicht gleich in Panik verfallen! Wie bereits erwähnt gibt es so viele äußere Umstände, die Einfluss auf den Puls haben können, dass Schwankungen absolut normal sind. Ansonsten gilt immer: fühlt ihr euch vor, während und nach dem Lauf fit, dann gibt es keinen Grund zur Sorge. Man sagt sogar, dass die Herzfrequenz umso empfindlicher auf Einflüsse reagiert, je langsamer das Lauftempo ist. Auch wenn ihr euch zu sehr auf den Puls fokussiert, kann er aus genau diesem Grund ansteigen. Also: immer locker an den Lauf rangehen, auf den Körper hören und im Ernstfall sowieso immer mit einem Arzt sprechen.

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