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Momente statt Meter sammeln: Laufen mit der Insta360 GO Ultra

  • vor 2 Tagen
  • 8 Min. Lesezeit

Wir dokumentieren unsere Läufe wie nie zuvor. Jede Runde entsteht ein Screenshot, jeder Sonnenaufgang endet in einem Reel, jeder Kilometer muss als Beweis auf Strava erscheinen. Und trotzdem (oder gerade deshalb?) geht mir beim Festhalten oft genau das verloren, was ich behalten wollte: der Moment selbst. Handy raus, entsperrt, Kamera geöffnet. Manchmal bleibe ich im Flow. Doch meistens nicht. Ich habe die Insta360 GO Ultra ein paar Wochen getestet, und NEIN, das hier wird kein Testbericht. Es geht um eine Frage, die älter ist als jede Minikamera und die mich seit Jahren beschäftigt: Was genau wollen wir eigentlich behalten, wenn wir laufen – und was davon lässt sich überhaupt festhalten, ohne dass es durch die Finger gleitet?


Die Insta360 GO Ultra ist perfekt für wundervolle Aufnahmen beim Laufen
Die Insta360 GO Ultra ist perfekt für wundervolle Aufnahmen beim Laufen

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Warum wir unsere Läufe überhaupt festhalten wollen


Ich denke oft über viele Dinge nach – auch über die Frage, warum wir (ich) beim Laufen vieles festhalten möchte. Warum laufe ich heutzutage kaum mehr noch OHNE dass ich die Kamera, aka mein Handy in der Hand habe. Ich denke, ich habe die Antwort. Es gibt mehrere: Wir halten unsere Läufe fest, weil wir Angst haben, dass sie sonst nicht zählen. Dass wir sie vergessen.


Kennt ihr das? Ein Lauf ohne Foto fühlt sich manchmal an wie ein Lauf, der nie stattgefunden hat. Ich ertappe mich da selbst – meine Kamerarolle ist voll mit Wegen, die niemand außer mir je sehen wird. Dahinter steckt dieselbe Vergleichskultur, die uns einredet, dass nur der schnelle, der weite, der dokumentierte Lauf etwas wert ist. Und ja, manchmal mache ich da mit, öfter als ich zugeben will.

Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Wir halten nicht nur fest, um es nach außen zu zeigen – wir halten auch fest, um es für uns zu behalten. Um uns später zu erinnern, dass wir gelaufen sind. Dass wir an diesem grauen Dienstag uns doch noch in der Früh motiviert haben, obwohl Jupiter und Merkur dagegen sprachen. Diese Bilder sind für niemanden.

Sie sind für mich. Ein völlig anderer Grund als der Applaus auf Social Media, auch wenn beide dieselbe Geste benutzen: erstmal die Kamera draufhalten.


Und hey, das ist erstmal menschlich. Wir wollen die Dinge, die uns guttun, mitnehmen. Ein Lauf ist ein Moment, ein Foto die Aufnahme davon, die uns erhalten bleibt. Aber leider kann diese Intention auch in etwas anderes kippen: Aus „ich will diesen Moment behalten" wird „ich brauche noch mehr Material für meinen Feed". Aus Laufen wird Content. Aus Content Sichtbarkeit. Und aus Sichtbarkeit erst das Bewusstsein, dass wir WIRKLICH etwas getan haben. Der Unterschied ist klein und riesig zugleich. Über genau diese Ambivalenz habe ich schon mal geschrieben, als es um den Spruch „Strava or it didn't happen" ging. Und die meiste Technik stellt sich an dieser Stelle quer, weil sie exakt die Aufmerksamkeit einnimmt, die eigentlich dem Asphalt, dem Trail, dem Atem, unseren eigenen Beinen gehören sollte.


Aber: Dieser Grund des festhaltens wird so wichtig, wenn wir das Laufen pausieren müssen. Wer schon einmal eine Verletzung hatte oder eine erzwungene Laufpause, der kennt das Gefühl: Man möchte so sehr zurück und kann nicht. In solchen Wochen sind es genau diese festgehaltenen Momente auf meiner Kamera, die mir guttun. Und die mich ganz zart erinnern, dass es diese Läufe gab und wieder geben wird.



Der Beweis-Zwang und was er mit dem Laufen macht


Genau deshalb war ich neugierig, was eine Kamera macht, die kaum noch da ist. Und auch irgendwie klein genug, um sie auf eine positive Art zu vergessen.


Eine Kamera zum Laufen muss eine Hürde nehmen, bevor sie eine Hilfe wird – und die Insta360 GO Ultra war am Anfang genau das: eine Hürde. Es gibt viele Daten. Die Modi, die App, das kleine Kamerateil und der Action Pod mit dem Klappbildschirm – am ersten Tag war ich mehr damit beschäftigt, die Action Kamera zu verstehen, als dass ich gelaufen bin. Man muss einmal reinkommen, ein paar Läufe lang, ein paar Fehlversuche, ein paar Videos, die im Nichts enden. Ich bin niemand, der Bedienungsanleitungen liebt, und die ersten Runden waren eher nervig und Technik-Gedöns. Aber dann sitzt es!

Denn irgendwann klappen die Handgriffe wie von selbst, ohne dass ich nachdenke (wie beim Laufen, haha). Ich hatte die Kamera meistens einfach in der Hand oder habe über den Pod mit Bildschirm ausgelöst, weil ich sehen wollte, was ich einfange. Mit 53 Gramm und gerade mal 46 × 45,7 × 22,4 Millimetern ist das Ding so leicht, dass die Hand es nach zehn Minuten vergisst. Und genau da passiert das Interessante: Die Kamera verschwindet aus meinem Bewusstsein, und der Lauf kommt zurück. Für eine 4K-Actioncam beim Laufen ist das erstaunlich einfach – näher an einem Schlüssel in der Hand als an einer Kamera. Ähnlich unaufdringlich wie ein guter Podcast beim Laufen: er ist da, aber steht dir nicht auf deiner Strecke im Weg.


Was der Anti-Verwacklung-Modus (FlowState) mit meinem Laufgefühl macht


Der Modus, der für mich beim Laufen den größten Unterschied macht, ist die Anti-Verwacklung. Insta360 nennt diese Funktion FlowState-Stabilisierung, und sie tut genau das, wonach ihr Name klingt, denn sie glättet das ganze Gestampfe, das Wippen und das ständige Auf und Ab, das sonst jedes Laufvideo unbrauchbar macht. Habt ihr schon einmal versucht, euren eigenen Lauf zu filmen? Immer wieder eine Herausforderung für sich. Der Modus wackelt nicht, ist super smooth und bereitet mir beim Anschauen wahre Freude. Das Positive: Man kann in vier verschiedenen Winkeln filmen, d.h. auch in einem Ultra-Wide-Modus. Da ist wirklich alles drauf.


Und das ist für mich weit mehr als nur ein technisches Detail. Die GO Ultra filmt in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, sie besitzt einen vergleichsweise großen 1/1,28-Zoll-Sensor, der auch im Halbdunkel des frühen Morgens noch erstaunlich viel erkennt, und sie bietet einen Active-HDR-Modus für die schwierigen Lichtsituationen zwischen tiefem Schatten und praller Sonne. Das klingt zugegebenermaßen nach einem Datenblatt, aber im Ergebnis bedeutet es etwas sehr Konkretes für mich. Wenn das Bild ruhig bleibt, obwohl ich mich gerade außer Atem einen Hügel hinaufkämpfe, dann zeigt das Video am Ende nicht meine Anstrengung, es zeigt den Weg, den ich gelaufen bin.


Okay zugegeben – UND es zeigt meine Schweißperlen auf der Oberlippe. Man sieht also genau das, was auch ich gesehen und gefühlt habe, meine Ich-Perspektive sozusagen. Als könnte man die RUNNERFEELINGS visuell abbilden.



Die Fotos, die Filter und wo die Kamera zum Laufen an ihre Grenzen kommt


Die Fotoaufnahmen waren für mich die eigentliche Überraschung an dieser Laufkamera. Warum trifft ein einzelnes Standbild mitten aus der Bewegung eigentlich etwas, das ein ganzes Video nicht trifft? Ich weiß es bis heute nicht ganz genau. Aber das Licht, der Schweiß und die leere Straße am frühen Morgen, eingefroren in einem einzigen Bild, wirken auf mich ruhiger und ehrlicher als jeder noch so schöne Clip. Ein Video erzählt mir eine ganze Runde, während ein Foto nur einen einzigen Wimpernschlag behält. Dazu kommen die verschiedenen Filter, die ich zunächst für reine Spielerei gehalten habe und die es tatsächlich schaffen, aus einem grauen Morgen genau die Stimmung zu machen, die ich beim Laufen wirklich gespürt habe. Das ist ein sehr schmaler Grat, und manchmal übertreibe ich es mit den Filtern und lösche das Bild anschließend wieder, weil es mir am Ende zu sehr nach einer glatten Postkarte aussieht.


Und weil dieser Text ehrlich bleiben soll, gehört auch dazu, dass diese Kamera Grenzen hat. Beim längeren Filmen wird die kleine Minikamera spürbar warm, gerade an heißen Sommertagen. Auch günstig ist dieses Vergnügen nicht, denn die GO Ultra startet bei etwa 429 Euro. Ob sich dieser Preis am Ende für euch lohnt, hängt vor allem davon ab, wie oft ihr wirklich filmt. Für mich persönlich zählt ohnehin weniger die Technik selbst als das, was sie einfängt, und genau diesen Gedanken hatte ich schon einmal beim Intuitive Running, bei dem es darum ging, auf das zu hören, was gerade wirklich ist, und nicht nur auf das, was einem die Geräte anzeigen.


POV: Aus der Sicht von Läufer und Läuferinnen



Nele Dörk macht ein Selfie vor dem Laufen mit der Insta360 GO Ultra
POV: Du nutzt die Insta360 GO Ultra vor dem Laufen

Die GO Ultra lässt sich so flexibel einsetzen, dass sie längst nicht nur eine reine Laufsache geblieben ist. Ich kann sie magnetisch an meiner Jacke befestigen, ich kann sie mit dem Easy Clip an meiner Cap tragen oder sie an meiner restlichen Ausrüstung anbringen, und sie hält dabei zuverlässig, ohne dass ich sie festhalten muss. Und weil sie diese ganze Bewegung so gut aushält, taugt sie genauso gut als Vlogging Kamera dank dem Purevideo-Modus. Youtube-Karriere incoming?


Ich brauche ehrlich gesagt nicht so viele Möglichkeiten, aber wenn ihr mehrere Sportarten betreibt (z.B. Mountain Biking oder ähnliches), dann ist sie super praktisch, weil man eben nicht drei verschiedene Geräte mit sich herumschleppen muss und verschiedene Halterungen in Bundles dazu gekauft werden können. Achja: das Smartphone darf in der Tasche bleiben.



Warum wir beim Laufen Momente statt Meter sammeln dürfen


Aber eine Sache ist mir an dieser Stelle besonders wichtig: Kein einziger Selfie-Modus dieser Welt macht einen Lauf für sich genommen wertvoll, denn das schafft am Ende nur der Lauf selbst. Eine Kamera kann Momente festhalten, sie kann Bilder perfekt aussehen lassen und sie kann sie einfärben, aber sie kann mir niemals die Entscheidung abnehmen, überhaupt erst loszulaufen. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann sind meine liebsten Läufe ohnehin genau die, von denen es kein einziges Bild gibt, weil ich in diesen Momenten viel zu sehr im Laufen selbst versunken war, um überhaupt an eine Kamera zu denken. Diese Läufe existieren einzig und allein in mir, und das reicht mir vollkommen aus.


Am Ende behalte ich die Läufe in Erinnerung, die in mir so feine Laufgefühle ausgelöst haben. Und genau das ist der Punkt, an dem eine gute Kamera zum Laufen auch etwas richtig machen kann, denn sie hält still, während ich laufe und atme, und sie drängt sich nicht zwischen mich und meinem Laufweg. Sie nimmt mir das Dokumentieren ab, ohne mir dabei gleichzeitig das eigentliche Erleben zu nehmen. Und für all die Wochen, in denen ich vielleicht einmal nicht laufen kann, bleibt auf diese Weise etwas übrig, an dem ich mich festhalten kann. Voller Sehnsucht nach dem nächsten Abenteuer.


Ich weiß nicht, wie es euch damit geht. Aber ich glaube inzwischen, dass das Schönste, was Technik beim Laufen für uns ermöglichen kann, tatsächlich darin besteht, sich selbst rauszuhalten und so weit zu verschwinden, bis am Ende nur noch der Moment übrig bleibt. Und dann, viele Stunden später, wenn ich mit müden Beinen, glpcklich und einem Glas Coke Zero in der Hand auf meiner Couch sitze, ist dieser eine Moment tatsächlich immer noch da. Ich behalte ihn nicht, um irgendjemandem etwas zu beweisen, ich behalte ihn allein für mich. Was genau wollen wir also eigentlich behalten, wenn wir laufen? Ich glaube, es ist genau das.


Die Insta360 GO Ultra wurde mir für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Der folgende Link führt direkt zum Shop, und wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, während sich für dich am Preis nichts ändert. Während der Prime-Day-Angebote noch bis zum 14. Juli ist die Kamera zeitweise reduziert.



Häufige Fragen zur Insta360 GO Ultra beim Laufen


Ist die Insta360 GO Ultra gut zum Laufen geeignet?

Ja, die Insta360 GO Ultra eignet sich sehr gut zum Laufen, weil sie mit nur 53 Gramm extrem leicht ist, sich freihändig per Magnet oder Clip befestigen lässt und dank FlowState-Stabilisierung auch bei jedem Schritt ein ruhiges Bild liefert.


Wackelt das Bild beim Laufen?

Nein, das Bild wackelt kaum, weil die Anti-Verwacklung die Stöße beim Laufen ausgleicht. Genau das ist der größte Unterschied zu einem normalen Smartphone-Video, das beim Laufen meist hüpft und ruckelt.


Wie lange hält der Akku beim Laufen?

Die GO Ultra filmt bei 4K mit 30 Bildern pro Sekunde rund 70 Minuten am Stück, was für so gut wie jede Laufrunde ausreicht. Bei 4K mit 60 Bildern halbiert sich diese Zeit ungefähr.


Was kostet die Insta360 GO Ultra und lohnt sie sich?

Die GO Ultra startet bei etwa 429 Euro und ist damit teurer als eine GoPro Hero oder eine DJI Osmo Action. Ob sich die Wahl lohnt, hängt davon ab, wie oft man wirklich filmt, und während der Prime-Day-Angebote bis zum 14. Juli ist sie zeitweise günstiger.



 




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