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  • Nele Doerk

Teamgeist, Erfolg, Niederlagen: Was das Spartan Race mich gelehrt hat

Aktualisiert: 28. Okt 2018

Das Spartan Race gehört zu den bekanntesten Obstacle-Runs überhaupt. Ich habe an der kleinen Version teilgenommen und Überraschungen erlebt, an die ich niemals gedacht hätte

Baumstämme tragen gehörte noch zu den leichtesten Aufgaben

Spartan Race, Aroo!

Das Olympia-Stadion in München besitzt Geschichte – aber auch mindestens 88 Treppenstufen, die sich nach zehn Mal hoch und runter laufen, mit einem Sandsack über der Schulter in glühend heißer Mittagssonne nicht gerade von ihrer schönen Seite zeigen. Ich habe nach dem Spartan Race zwei Wochen lang unter fiesem Muskelkater und stechenden Schmerzen in den Beinen gelitten. Nichtsdestotrotz habe ich am Ende mehr gewonnen, als ich zunächst annahm. 

 

Was ist das Spartan Race?

Das Spartan Race ist die weltweit führende Veranstaltungsreihe von Hindernisläufen, auch Obstacle Course Racing genannt und die erste Serie dieser Art mit globalen Ranglisten, die auf einer Zeitnehmung basieren. Bei mehr als 200 Rennen in über 30 Ländern starteten im Jahr 2017 mehr als eine Million Spartaner rund um den Globus in verschiedenen Fitness-Levels, vom Hobbyläufer bis hin zum Profi-Starter im Elite Heat (für die ganz schnellen unter uns). Es geht immerhin auch um 300.000 Dollar Preisgeld!


Das Spartan Race bietet drei verschiedene Rennformate an, den Sprint (5+ Kilometer / 20+ Hindernisse), das Spartan Super (13+ Kilometer / 25+ Hindernisse) und das Spartan Beast (20+ Kilometer / 40+ Hindernisse) – es ist also quasi für jeden geeignet.


7 Kilometer, über 20 Hindernisse

Wer beim Spartan Race SPRINT startet, darf sich auf viele blaue Flecken, mindestens 5 Kilometer Laufstrecke sowie auf mindestens 20 Hindernisse freuen. Wie gesagt, mindestens … Mir war durchaus bewusst, dass das Spartan Race kein Sonntagsspaziergang werden würde, aber dass es mich so stark an meine körperlichen Grenzen bringt, hätte ich nicht gedacht. 



Vor jedem Hindernis erwartete mich eine Mischung aus Anspannung, Herausforderung und Selbstzweifel, gepaart mit der Hoffnung, dass eine Hilfeleistung anderer Teilnehmer – in diesem Fall die meines Freundes – erlaubt war. Das Gefühl, ein Hindernis erfolgreich bewältigt zu haben ist unbeschreiblich; die Enttäuschung beim Scheitern aber umso größer. Die Kraft meiner daraus resultierenden Wutanfälle hätte ich mir sparen und für die 30(!) Burpees aufheben sollen, denn die waren Strafe genug. 


Wasser, Schlamm und viele Höhenmeter

Die wahren Gegner sind nicht die „klassischen“ Obstacles wie zum Beispiel an einem Seil hochklettern, Baumstämme durch einen Parcours tragen oder über eine Wand klettern (dem Erfinder der Räuberleiter sei Dank!), sondern die vier Elemente selbst: Erde, Luft, Feuer und Wasser

 

Meine Freude hielt sich in Grenzen, als ich zum vierten Mal in das eiskalte Wasser springen musste. Das Gleiche galt übrigens, als der Olympiaberg mit seiner 23% Steigung auf mich wartete – und das gleich nach dem Rennstart. 


Nach 1h 52min sind wir nach einem waghalsigen Sprung durch das Feuer (na gut, ich bin eher durchgelaufen weil das mit dem synchronen Absprung nicht so ganz geklappt hatte) endlich im Ziel angekommen. Viel Schweiß, Wut-Tränen und Flucherei hat mich das Spartan Race gekostet, um am Ende ganz klischeehaft in die Medaille beißen zu können - wenn schon Schmerzen, dann auch im allerletzten Backenzahn.


Wer mich übers Wasser trägt, bekommt einen Kuss

Ende in Sicht – mein Fazit

Man kommt im Leben nur weiter, wenn man sich neuen Herausforderungen stellt.“ - ob es deshalb ein quälender Hindernislauf mit über 6.500 Menschen sein muss: Natürlich nicht. Menschen, die gerne kochen versuchen sich vielleicht an einem exklusiven 5-Gänge-Menü, Fitness-Addicts wie ich wollen hingegen Ihren eigenen Körper besser kennen lernen. Diese Erfahrung hat mir nicht nur gezeigt, dass mein Körper zu weit mehr im Stande ist als lange Ausdauerläufe zu absolvieren, sondern auch, wie wichtig Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen ist.

 

 

7 Fakten, die einen auf eine neue sportliche Herausforderung vorbereiten (sollten)


 1. Dem Körper eine Ruhephase gönnen

Dieser Tipp gilt nicht nur vor dem Spartan Race, sondern vor jedem sportlichen Wettkampf: Mindestens drei Tage vorher ausruhen ist kein Fehler Mit Muskelkater zu starten ist eine ganz schlechte Idee und kostet viel Kraft beim Bewältigen der Hindernisse. Vor einem Marathon gilt übrigens auch: Die Woche vor dem Wettkampf ist Ruhe angesagt. Was man während der langen Trainingszeit nicht reißen konnten, kann man auch jetzt nicht.

 

2. Lernen, mit Niederlagen erwachsen umzugehen

Wer etwas völlig neues ausprobiert, muss mit Misserfolgen rechnen. Nur weil ich locker einen 10 km Lauf absolvieren kann heißt das noch lange nicht, dass ich ein Seil zehn Meter in die Höhe klettern kenn. Niederlagen sind kein Grund zum Weinen oder zur Selbstkritik – man muss lernen, damit umzugehen und sie als Anreiz dafür nehmen, dass eigene Training zu optimieren.

 

3. Nicht alleine an den Start gehen

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Neue Situationen erfordern meist neue Mittel, um bewältigt zu werden. Im Team steigt nicht nur die eigene Motivation, sondern man hat immer eine helfende Hand an seiner Seite. Ohne meinen Freund wäre ich wirklich hier und dort eingeknickt (und wahrscheinlich um 200 Burpees schwerer).


Teamarbeit ist wichtig und muss gelernt sein

4. Antibakterielle, enge Sportkleidung

Es ist eigentlich ein Muss, sich für einen bestimmten Sport-Wettkampf neu einzukleiden – schicke Sportklamotten sorgen bei mir nicht nur für Wohlbefinden, sondern sind ein zusätzlicher Motivations-Pusher. Das Sportoutfit sollte hierbei zum Wettkampf-Typ passen. Bei einem Hindernisrennen wie dem Spartan Race sollte man auf enge Kompressionskleidung setzen. Auch Schuhe mit speziellem Griff sind besser als robuste Laufschuhe, die eher für einen Langstreckenlauf geeignet sind. Reebok hat speziell für das Spartan Race eine Kollektion entworfen, die genau auf diese Aspekte achtet. Enge Kleidung wird nicht schwer, wenn sie sich mit Wasser vollsaugt, sodass man kein zusätzliches Gewicht tragen muss. Und das ist in diesem Fall seeeehr wichtig.

 

6. Auf gesunde und ausgewogene Ernährung setzen

Einen Tag vorher sollten die Kohlenhydratspeicher aufgefüllt werden, damit eine sofortige Energiegewinnung erfolgen kann. Am Tag des Wettkampfs geht es mir persönlich am besten, wenn ich auf schwere Mahlzeiten verzichte und Snacks wie Nüsse oder Proteinriegel zu mir nehme. Auch die verhelfen zu Kraft.

 

7. Erfolg vs. Fairness 

Was ich erst am Ende gelernt habe: Man muss sich eigene Ziele setzen. Geht es um Spaß bei der Sache, möchte man eine Bestzeit hinlegen oder auf Teamgeist setzen? Bei jedem Wettkampf gibt es zwei Sorten. Deshalb mein Tipp: Sich stets von anderen motivieren, aber nicht unter Druck setzen lassen. Am Ende läuft man so oder so ins Ziel und dabei sollte man keine Tränen vergießen – wenn, dann vor Freude!




Dieser Artikel ist zuerst von mir auf Madame.de erschienen

Fotocredits: Sportograf