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Lauf-Mythen: 5 Behauptungen beim Laufen – Teil 2

Aktualisiert: 21. Sept 2019

Der zweite Teil der meist gehörten Lauf-Mythen – welche Läufer-Klischees sind wahr, welche falsch?

Lauf-Mythen Teil 2 – was ist wahr, was ist totaler Humbug?

Lauf-Mythen und die Wahrheit dahinter

Im ersten Teil der Lauf-Mythen habe ich euch darüber aufgeklärt, welche Rolle der Körperfettanteil beim Laufen spielt, wie effektiv Nüchternläufe wirklich sind und ob Laufen wirklich den Gelenken schadet. Doch es gibt noch weitere fünf Lauf-Mythen, die ich gerne etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte. Seid ihr bereit? Dann los.


5 Lauf-Mythen und die Wahrheit dahinter – Teil 2


1. Die Fettverbrennung beim Laufen setzt erst nach 20 Minuten ein

Nein. Wieso sollte sie das auch tun? Sobald ihr euren Körper in Bewegung bringt, setzt die Fettverbrennung ein, von der ersten Sekunde an. Allerdings ist die Fettverbrennung umso intensiver, je länger und „langsamer“ der Lauf ist. Fett wird im mittleren Bereich der Herzfrequenz am effektivsten verbrannt, sodass lange und lockere Einheiten optimal sind. Kurzum: Die Fettverbrennung setzt ab sofort ein.


2. Intervalle machen dich nachhaltig schneller

Ja, absolut. Dieser Lauf-Mythos ist (leider) war: Wer schneller werden möchte, der kommt um Intervalle nicht drum herum. Ich kann jedem wirklich nur ans Herz legen, schnelle Einheiten in das Lauftraining einzubauen. Es macht sich nach wenigen Wochen bereits bemerkbar. Doch wieso ist das so? Unser Körper ist ein „Gewohnheitstier“ – was er nicht machen muss, das macht er auch nicht. Ende. Intervalle fordern in den Belastungsphasen unseren Körper und holen ihn aus seiner Gewohnheit heraus. Die Folge: Unser Herz-Kreislauf-System strengt sich an und entwickelt neue Gewohnheiten, die für uns beim Laufen nur von Vorteil sein können.


3. Läufer ernähren sich gesund

Mhm. Diese Behauptung lässt sich nicht eindeutig bejahen oder verneinen. Ich würde vielmehr sagen, dass sich (viele) Läufer bewusst ernähren. Zumindest würde ich das antworten, wenn man mich nach der Ernährung fragen würde. Ich weiß, was mein Körper für welche Einheiten benötigt, was er nach dem Laufen braucht und was er nicht will. Natürlich gibt es hier und da Ausnahmen, manchmal esse ich nur Kekse und Schokolade, manchmal Nudeln, dann wieder nur Salat und Gemüse. An dieser Stelle kann ich nur von mir sprechen. Ich behaupte an dieser Stelle, dass Profi-Läufer noch bewusster mit der Ernährung umgehen und bestimmte „Rituale“ haben, was das Essen vor und nach den Laufeinheiten angeht. „Gesund“ liegt im Auge des Betrachters.


4. Vor dem Laufen sollte man sich dehnen

Nein, bloß nicht. Ich glaube, dass bei dieser Behauptung des Öfteren die Begrifflichkeiten durcheinander geraten. Vor dem Laufen sollte man sich aufwärmen, dehnen jedoch erst danach. Was passiert eigentlich, wenn wir uns dehnen? Beim Dehnen vergrößern, bzw. verbessern wir unsere Gelenkreichweite. Im Ausfallschritt bedeutet dies, dass wir irgendwann näher in Richtung Boden kommen. Wer sich für den Spagat dehnt, der wird irgendwann auch einen ausführen können – weil die Gelenkigkeit verbessert wird. Die Spannung in den Muskeln und in den Sehnen (und die brauchen wir Läufer!) wird dadurch verringert, bzw. gelockert. Wenn wir nun loslaufen, dann kann die fehlende Spannung zu Verletzungen führen. Laufen erfordert viel Muskelkraft in den Beinen, besonders schnelle Läufe wirken sich auf die Gelenke aus. Ein lockeres Aufwärmprogramm, das die Durchblutung in den Muskeln fördert, ist um einiges effektiver. ABER: Es ist eine Sache der Gewohnheit. Läufer, die sich schon immer vor dem Lauf gedehnt haben, spüren eventuell keine negativen Auswirkungen. Aber man sollte nicht damit anfangen, wenn der Körper es anders gewohnt ist. Lieber nach dem Laufen dehnen!


5. Laufen hilft wunderbar beim Abnehmen

Interessant. Und ich muss sagen, dass sich zu diesem Thema ganze Buchbände füllen lassen. Ich versuche mich an dieser Stelle jedoch kurz zu halten.

Der Gedanke hinter dieser Behauptung ist folgender: Joggen verbrennt vergleichsweise sehr viele Kalorien. Halte ich die Energiezufuhr gering und erreiche somit ein Kaloriendefizit, dann nehme ich ab. Auf Dauer kann ich also meine aufgenommen Kalorien einfach wieder mit Laufen verbrennen – ob Kaloriendefizit oder nicht, ich halte zumindest mein Gewicht. Klingt per se logisch, nicht wahr? Aber nein, so einfach ist das nicht.

Erinnert ihr euch noch an den ersten Teil der Lauf-Mythen und die Behauptung, dass Läufer viel mehr essen können? Was hier vergessen wird ist der Fakt, dass der Körper viel mehr Hunger hat bzw. Energie benötigt, je mehr „Sport“ er treibt. Natürlich können wir nun mit einem starken Durchhaltevermögen und Willenskraft behaupten, dass wir seiner Aufforderung nicht gerecht werden und unsere Ernährung nicht anpassen. Was passiert dann? Nicht nur die Kraft zum Laufen geht verloren (wir füllen unsere Energiespeicher ja nicht auf), sondern der Körper nimmt sich die Energie aus anderen Reserven – und das sind nicht die Fettspeicher, sondern die Muskelmasse.

Weniger Muskelmasse > geringerer Energieverbrauch > allgemein geringerer Grundumsatz > der Körper stellt ein neues Gleichgewicht her und muss/will kein Fett mehr verbringen. So. Was passiert hier also gerade? Es entsteht ein Teufelskreis, der uns in keinerlei Hinsicht mehr nach vorne bringt. Laufen als Mittel zum Abnehmen zu nutzen ist somit absolut ineffizient.


Ich hoffe, dass ich mit den insgesamt 10 Lauf-Mythen ein wenig Licht ins Dunkel bringen konnte. Wenn ihr auch solche Mythen kennt, dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.