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  • Nele Doerk

Eluid Kipchoge läuft den Marathon in unter 2 Stunden – was das für uns Läufer bedeutet

Eluid Kipchoge ist der erste Mensch, der den Marathon in unter zwei Stunden lief – was fangen wir Läufer nun mit dieser Sensation an?


Wie man einen Marathon in unter 2 Stunden läuft

Das Unmögliche möglich machen. Eluid Kipchoge zeigte der Welt am 12. Oktober 2019 in Wien, was das bedeutet und lief einen Marathon in 1:59:40 Stunden. No human is limited.

Ich bin immer noch hin und weg von dieser unglaublichen Leistung und frage mich insgeheim, wie wir Läufer dieses Ereignis verarbeiten sollen. Denn es zeigt uns, dass alles möglich sein kann, dass Grenzen nur im Kopf existieren. Doch wie sollen wir am besten mit dieser Erkenntnis umgehen?


Eluid Kipchoges Weltrekord ist nicht offiziell


Optimalie (Labor)-Bedingungen, 41 Pacemaker, die Eluid stets Windschatten garantierten, keine fix definierten Verpflegungspunkte und ein Auto, das mit Lasern die Geschwindigkeit vorgab – diese Bedingungen sind so optimal, dass sie laut IAAF ("International Association of Athletics Federations") für einen gültigen Weltrekordversuch nicht erlaubt sind – kann uns aber egal sein. Fakt ist, dass der 34-jährige Kenianer eine Mondlandung absolviert hat. Und Fakt ist auch, dass er anscheinend wirklich nicht ganz „normal“ ist, denn wer hat noch so viel Kraft zum Feiern und Jubeln, nachdem man 422 mal die 100 Meter in 17 Sekunden gelaufen ist? Ja, eben. Ich auch nicht.


No human is limited – ein wichtiger Leitsatz


Ich denke, es ist der falsche Ansatz nach dieser Leistung davon auszugehen, dass jeder Läufer auch so eine unglaubliche Leistung erbringen kann. Ich selbst war nach dem Zieleinlauf vor dem Fernseher so voller Adrenalin, als wäre ich gerade selbst gelaufen. In meinem Kopf machten sich Gedanken wie „Du schaffst deinen nächsten Lauf auch so locker“ oder „Nichts kann dich aufhalten“ breit, die mich auf der einen Seite unfassbar motivierten, auf der anderen aber auch gleichermaßen utopisch klangen. MUSS ich solch eine Leistung erbringen? WILL ich auch so sehr über meine Grenzen hinauswachsen? Und vor allem: Was kostet mich das Ganze? Ich kann Eluid’s Leitsatz „no human is limited“ zu einhundert Prozent unterschreiben – aber jeder hat eben eine andere Grenze. Diese unglaubliche Leistung, dieser Ausnahmeläufer hat mich jedoch dazu motiviert, meine eigene Grenze herauszufinden und diese zu überschreiten. I am in the game.


Was Eluid’s Weltrekord für alle Läufer bedeutet


Was ist nun aber der richtige Ansatz, die sinnvollste Art und Weise, diesen „Weltrekord“ zu verarbeiten und als Läufer erfolgreich anzuwenden? Eigentlich ist es ganz leicht:

Wir sollten niemals denken, dass wir irgendetwas nicht erreichen können

Jeder Mensch hat sein eigenes Universum an Möglichkeiten, die er für sich persönlich bis zum Maximum und darüber hinaus nutzen kann. Jedes Mal, wenn ich nun an meiner Leistung zweifle oder denke, dass ich etwas nicht schaffen kann, dann denke ich mir lieber: „Klar schaffst du das – wer setzt dir die Grenze, Nele?“ Wir tendieren immer dazu zu behaupten, dass wir etwas (vielleicht) nicht schaffen können, nur weil es uns rational eher unwahrscheinlich erscheint. Ja und? Vor 10 Jahren hat man über einen Marathon in unter zwei Stunden nichtmal eine Sekunde lang nachgedacht, so utopisch und absurd erschien der Gedanke.

Auch wenn die Laufbedingungen mehr als perfekt waren und kaum ein Läufer diese wohl jemals nachempfinden wird, so ist es doch wichtig zu erkennen, dass unser Kopf besiegbar ist. Wir sollten alle nach Größe streben und nach jedem Lauftraining, egal ob es sich gut oder schlecht angefühlt hat, ein Lächeln im Gesicht haben. Denn wie hat Eluid so schön gesagt: „I don’t know where the limits are, but I would like to go there.“



Fotocredits: Instagram Embed