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110 Marken, ein Look: Was die UTMB-Woche in Chamonix über den Dresscode beim Laufen verrät

  • vor 8 Stunden
  • 10 Min. Lesezeit

110 Marken standen im August auf einem einzigen Platz in Chamonix. Ich war nicht dabei, sondern habe die Woche gefühlt am Handy verbracht und zugesehen, wie sich das scheinbar wichtigste Trailevent ein Aussehen gibt.

Eigentlich wollte ich darüber gar nicht schreiben. Eine Woche durchs Display schauen und dann darüber schreiben, dass man nicht eingeladen war – das roch mir sehr nach beleidigter Leberwurst. Ich schreibe seit 2018 übers Laufen, vor allem über die Hustle Culture und den Wandel der Laufkultur. Diese beiden Hälften kommen selten zusammen. In der letzten Augustwoche taten sie es plötzlich.

Mein Blickwinkel: Ästhetik, Zugehörigkeit, Sichtbarkeit. Nicht die sportliche Leistung, nicht die Startgebühren, nicht die Frage, ob dieses Event zu groß geworden ist. Ich bin keine Gegnerin, ich bin Teil davon. Meine Laufgedanken über Trailrunning als Modewoche.


Nicht Chamonix, aber jemand muss den UTMB ja auch aus der Ferne beobachten
Nicht Chamonix, aber jemand muss den UTMB ja auch aus der Ferne beobachten

TL;DR

  • Im Ultra-Trail Village in Chamonix standen 2026 laut Veranstalter 125 Aussteller mit 110 Marken, dazu über hundert Marken-Events in einer einzigen Woche.

  • Trail-Ausrüstung, Fotos und Outfits gleichen sich immer stärker an. Das liegt teils an technischer Konvergenz, teils an einem visuellen Code, den einzelne Marken gesetzt haben.

  • Wer in Chamonix im Instagram-Feed landet, ist es meist, weil eine Marke eingeladen hat. Oder man einen Startplatz hat. Oder beides. Sichtbarkeit wird in diesem Sport vergeben.

  • Ich hätte diese Einladung sofort angenommen. Hatte aber keine.


Ich MUSS (ja, muss) diesen Artikel einordnen. Es geht hier wirklich um die Wahrnehmung der Laufoutfits und den Wandel der Laufkultur. Nicht um die krassen Läufer:innen, die Kritik am UTMB oder die Startgebühren. Dieser Artikel lässt sich wie folgt lesen: Ich recherchiere, überlege, begründe – bin aber keine Gegnerin, ich bin Teil des Ganzen. Mehr oder weniger.


Chamonix: Der Laufsteg der Laufszene

110 Marken auf einem Platz. 125 Aussteller. 50.000 Besucher:innen in sechs Tagen. Das sind die Zahlen, die der Veranstalter selbst auf seiner Website nennt.

Das Traurige: Ich war nicht dabei.

Ich muss zugeben, dass ich die letzte Augustwoche größtenteils wortwörtlich IN meinem Handy verbracht habe. Ich habe Stories geschaut, in denen Menschen, die ich mag und denen ich folge, in Chamonix Coffee trinken. En masse. Ich habe Reels gesehen von Shakeout Runs im Morgenlicht der Berge, von Chalets mit auffälligem Markenlogo am Balkon, von Trailschuhen, die mein Herz höher schlagen lassen. Und irgendwann kam der Gedanke, den ich hier ehrlicherweise aufschreiben sollte, weil er sonst irgendwie den ganzen Text vergiftet: Warum eigentlich nicht ich?

Bin ich zu (un)cool für Chamonix?

Das ist keine besonders schmeichelhafte Frage, ich weiß. Aber sie wohnt aktuell mietfrei in meinem Kopf, und sie ist auch der Grund, warum ich mir die Woche genauer angeschaut habe. Denn was ich dabei gesehen habe, war eigentlich gar kein Sportereignis. Also klar, auch. Es war jedoch vor allem eine Modewoche.


Chamonix: das Mekka der Lifestyle Running Brands und Brand Activations

Acht Rennen in sechs Tagen, ja. Aber drumherum: über hundert Marken-Events. Je nachdem, wer hier zählt und welche Quelle man heranzieht, waren es 119 oder 147, und dass es niemand genau weiß, sagt ja eigentlich schon alles. Über dreißig Shakeout Runs allein.


Über dreißig Shakeout Runs allein. HOKA, der Titelpartner, bespielte ein Base Camp in der Folie Douce. Vibram baute die Casa Vibram auf, mittwochs bis samstags von zehn bis achtzehn Uhr. SIDAS bot am Place du Mont-Blanc kostenlose Fußanalysen an. Compressport hielt Vorträge über Kompression, NÄAK über Ernährung. Satisfy betrieb am Ortsrand zum dritten Jahr in Folge seine Off-Road Supply, sechs Tage lang, mit Community Runs jeden Morgen ab der Haustür und Produkten, die es dort früher gab als irgendwo sonst.

Es gab eine App, damit Läufer:innen die kostenlosen Marken-Events überhaupt noch finden. Übrigens ein ziemlich verlässlicher Indikator dafür, dass ein Markt gesättigt ist: wenn man ein Tool braucht, um die Werbung zu sortieren.


Der Blogger Chris Z hat dazu einen Satz gesagt, den ich liebe: Sinngemäß: "Die Läufer:innen sind gleichzeitig Kundschaft, Gäste und Content. Alles drei, in derselben Person, im selben Moment."

Und in Chamonix selbst wurde das alteingesessene Schuhgeschäft Payot für die Rennwoche durch einen Asics-Pop-up-Store ersetzt. Ein echtes Geschäft weicht temporär einer Markeninszenierung. Also wenn das keine Fashion Week ist, weiß ich es doch auch nicht...


Am beeindruckendsten fand ich aber den ACG G.O.A.T. 1000. Nike hat oberhalb von Chamonix, parallel zum eigentlichen Rennen, einen eigenen Vertical Kilometer veranstaltet. Achtzig Läufer:innen, tausend Höhenmeter, nichts Flaches dazwischen. Losgeschickt wurden sie von einem Zeremonienmeister, den Nike selbst „den wilden ACG-Hirten" nennt, und zwar per Hirtenstab. Oben hing eine orangefarbene Glocke. Die zwei Sieger:innen bekamen keine Medaillen, sondern goldene Glocken, weil Medaillen ja bekanntlich in Schubladen landen. Ihre Namen wurden anschließend in den Hirtenstab graviert, laut Nike „neben allen G.O.A.T.s vor ihnen". Es war die erste Austragung. Es gab niemanden vor ihnen.


Der Stab wird danach ins Tal getragen und lebt fortan in Sentier, einem Laden, den Nike gemeinsam mit dem alteingesessenen Chamonixer Händler Ravanel betreibt. Zwei Namen pro Jahr, mehr nicht.

Ich finde das ehrlich gesagt großartig gemacht, das muss ich als jemand, die sonst kein Fan ist von vielen Kampagnen und Narrativen von Nike, einfach zugeben. Und gleichzeitig ist es genau der Moment, an dem man sieht, worum es hier eigentlich geht.

Es wird nicht mehr nur ein Rennen gesponsert. Es wird Herkunft hergestellt, inklusive Reliquie. Und die Reliquie steht am Ende im Laden.


Dresscode Chamonix – was tragen wir beim Trailrunning?

Kurz zur Einordnung: Ich komme ja ursprünglich aus dem Modejournalismus. Ich habe Modestrecken geshootet, Looks zusammengestellt, Menschen gekleidet und über Modetrends geschrieben. Und ich liebe all das nach wie vor.

Deshalb sehe ich bei diesen Bildern etwas anderes als vielleicht die meisten Laufmedien. Ich sehe kein bloßes Equipment. Ich sehe eine Inszenierung, Exklusivität und Zugehörigkeit. Und ich sehe, dass es sich über die Brands hinweg durchaus seeeeehr ähnelt.


Wtzig: Die spanische Trailseite Blogmaldito hat das während der Rennwoche als „Postureo Starter Pack" aufgeschrieben, also als Anleitung, wie man am Messestand als Läufer:in mit Aura erkannt wird. Die Liste ist so herrlich: das Shirt von einem härteren Rennen als dem, das man tatsächlich läuft. Crocs oder gut abgetragene Badelatschen. Der überdimensionierte Recovery-Bidon mit undefinierbarem Inhalt. Und klar, die Weste. Die Cap, das Bandana. Die Szene weiß also selbst ganz genau, dass sie einen speziellen Look trägt, und macht Witze darüber. Das finde ich sympathisch. Nur: Erfunden hat sie es nicht.


Warum bei den Brand Activations in Chamonix alles gleich aussieht

Es gibt eine faire Erklärung, die ich jedoch nicht als befriedigend empfinde, weil sie so logisch ist. Jemand hat bei einem Rennen im Mont-Blanc-Gebiet die Trinkwesten gezählt und kam auf rund zwanzig verschiedene Marken, die praktisch dasselbe Produkt bauen: zwei Flaschentaschen vorn an den Trägern, Reißverschlussfach hinten. Bei Sportbrillen dasselbe Bild, über ein Dutzend fast identische Modelle. Sein Erklärungsvorschlag ist charmant: konvergente Evolution, so wie Fledermaus und Vogel unabhängig voneinander Flügel entwickelt haben. Wenn alle dasselbe Problem lösen, kommt eben oft dasselbe heraus. Ja gut, das ist mir schon klar. Das erklärt am Ende ja die Funktion und die Ausrüstung. Aber eben nicht das gesamte Bild.



Denn parallel dazu hat sich ein visueller Code durchgesetzt. Die Trailrunning-Seite Runlovers nennt Salomon als die Marke, die den Standard gesetzt hat, harter Kontrast, entsättigte Farben, dynamischer Bildausschnitt, und den UTMB als das Event, das daraus ein globales Unterhaltungsformat gemacht hat, mit Kamerateams, die fest auf den Alpenpässen stehen. Die Bildformel, die inzwischen jede:r nachbaut, geht so: eine riesige Wand oder ein aufgewühlter Himmel, der fast das ganze Bild einnimmt, und irgendwo darin eine winzige Silhouette auf einer perfekten Diagonale. Es geht nicht mehr um Anstrengung, um Dreck, um verzerrte Gesichter. Es geht um Einsamkeit als Ästhetik.

Ausgerechnet Einsamkeit. In einer Woche, in der 10.000 Menschen gleichzeitig loslaufen.


Und dann treibt man das konsequent zu Ende. Die Nike-Kollektion für diese Woche heißt Chamo Camo, ein Tarnmuster, das aus dem tatsächlichen Gestein der Mont-Blanc-Runde entwickelt wurde, aus Granit, Kalk, Sandstein, Wald und Flechten. Nike hat dazu ein Reel gepostet, unter dem steht: „No runners have been spotted since the making of this post."


Unter den Bildern vom ACG-Rennen schreibt jemand als Erstes „I can't see anyone in these pictures!" – und zwei Zeilen weiter wird derselbe unsichtbare Mensch „the mountain GOAT" genannt.

Naja. Immerhin nicht der altbekannte Heldenmythos.


… oder doch? Der Held ist ja nicht verschwunden. Er ist nur so klein geworden, dass man ihn suchen muss. Besitze den Look übrigens selbst und LIEBE ihn.


Und dann ist dieser ganze Look aus dem Sport ausgewandert. Gorpcore ist 2026 keine Modewelle mehr, sondern eine Garderobenkategorie, inzwischen in der gedeckteren Variante, die manche „Quiet Outdoors" nennen. Trailschuhe an Menschen, die nie auf einem Trail waren, technische Jacken im Büro, Fleece im Café. Das ist übrigens nichts, worüber ich mich lustig mache, don't get me wrong. Ich finde es interessant und ich trage es teilweise ja selbst.


UTMB-Event 2026: Wem gehört dieser Look eigentlich?

UTMB gehört nicht HOKA. HOKA ist Titelpartner der wichtigsten Events, seit 2022 dabei, seit April 2024 im Naming, vertraglich bis 2028. Davor hieß das Rennen Dacia UTMB Mont-Blanc, und ja, das war ein Autohersteller als Hauptsponsor eines Berglaufs. Dacia ist übrigens weiterhin offizieller Automobilpartner.

Die Mehrheit liegt bei der Gründerfamilie Poletti in Chamonix. Eine Minderheitsbeteiligung hält die Ironman Group. Und die Ironman Group gehört seit 2020 der amerikanischen Familienholding Advance. Advance besitzt außerdem Condé Nast, also Vogue, The New Yorker und Wired.


Ich habe an dieser Stelle ja schon ein wenig gegrinst. Ich sitze hier und schreibe auf, dass sich diese Laufwoche anfühlt wie eine Fashion Week, und dann stellt sich heraus, dass hinter dem Verlag der Vogue und hinter einem Anteil an diesem Rennzirkus dieselbe Familienholding steht. Manchmal muss man sich die Pointen wirklich nicht ausdenken... Wusste ich vorher nicht.


Der Rest ist schnell erzählt. 2003 gab es ein Rennen mit 300 Anmeldungen. 2025 setzte die UTMB-Gruppe 30 Millionen Euro um, nach 25 Millionen im Jahr davor, mit gut hundert Mitarbeitenden. 2024 gehörten 42 Rennen zur Serie, 2026 sind es 67. Bis 2030 sollen es 95 werden.


Die Gästeliste: Wer darf beim UTMB Chamonix eigentlich mitlaufen?

Und damit sind wir wieder bei meiner unschönen kleinen Frage vom Anfang.

Ein reguläres UTMB-Ticket kostet 479 Euro, plus acht Prozent Bearbeitungsgebühr, plus einen CO2-Beitrag, der sich nach deiner Anreise berechnet. Davor liegt dann wie üblich ein Qualifikationssystem aus Running Stones und Lotterie, für das man über Jahre Rennen sammelt. Wer das nicht will oder nicht kann: Es gab 285 Solidaritäts-Startplätze mit einer Mindestspende von 2.200 Euro an die Stiftung des Veranstalters, zusätzlich zum Startgeld. Sie waren in weniger als 24 Stunden weg.


Und dann gibt es noch den anderen Weg. Ein bis zwei Prozent der Startnummern gehen laut dem Sportdirektor der Serie an Creator und Medienpartner, außerhalb der Lotterie. Dazu kommen die Einladungen ohne Startnummer, die im Zweifel wertvoller sind: Marken fliegen Menschen ein, belegen Chalets und Hotels, verschicken Kits, laden zum Dinner, veranstalten eigene Events. Und wenn eine Marke ihren eigenen Vertical Kilometer veranstaltet, dann entscheidet eben auch sie, wer dort oben achtzig Plätze bekommt. Naja, ich nicht. ;)

Wie sich das anfühlt, kann man in etlichen Quellen nachlesen. Ein amerikanischer Journalist hat die Rennwoche 2025 als Gast von HOKA verbracht und darüber geschrieben. In seinem Text steht ein Satz von HOKAs Produktchef: Laufen sei gerade definitiv das Coolste auf der Welt. Gesagt von der Marke, die diese Woche im Namen trägt, zu jemandem, den sie eingeladen hat.


Das ist keine Verschwörung, das ist einfach sehr gutes Marketing, und es funktioniert genau so, wie es soll. Ich möchte auch niemandem die Einladung wegnehmen, ich bin trotzdem traurig. Klar hey, ich wäre wirklich gerne dabei gewesen. Die Läufer:innen oder eben auch Nicht-Läufer:innen, die dort waren, haben sich das ALLE verdient.

Ich stelle nur fest, was das mit dem Wort „cool" macht. Coolness ist in diesem Sport längst kein Gefühl mehr, das jemand einfach so hat. Coolness ist definitiv ein relevanter Budgetposten. Sie wird geplant und verteilt. Und wenn 110 Marken auf einem Platz gleichzeitig entscheiden, wer diese Woche sichtbar "cool" sein darf, dann entscheiden sie eben auch, wie Sichtbarkeit aussieht.


Alle sehen gleich aus, vom Stil her. Nicht weil die Läufer:innen einfallslos wären, sondern weil ihnen dasselbe als Zugehörigkeit verkauft wurde. Ich verstehe das. Und hätte niemals gedacht, dass ich es hier mal ausspreche, aber ja: Ich will auch dazugehören. Und ich will sowas tragen.

Credits: UTMB PRESS
Credits: UTMB PRESS

Bin ich als Anti-Hustle-Läuferin zu (un)cool für Chamonix?

Maybe.

Ich habe die Brands im Schrank. Ich habe die Weste, ich habe die Cap, das Bandana, ich habe die Schuhe, und ich trage all das so gerne. Ich style mich beim Sport und ich style mich außerhalb davon, und ich habe damit ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Wer sein Geld eine Zeit lang damit verdient hat, Menschen anzuziehen, wird sich schlecht darüber empören, dass Kleidung etwas bedeutet. Aber ich style mich eben auch "anders". Badeschlappen, weite Bermudashorts in Kombi? Ne.


Cole Townsend hat den Unterschied ganz gut formuliert, um den es hier eigentlich geht: Es ist etwas völlig anderes, ob du etwas trägst, weil es dir Freude macht, oder weil Social Media es dir gesagt hat. Er schreibt außerdem, dass 99 Prozent aller Läufer:innen sowieso das anziehen, was gerade oben auf dem Wäschestapel liegt, um vor der Kita noch vier Kilometer zu quetschen. Beides stimmt gleichzeitig, und in beidem erkenne ich mich wieder. Es darf auch beides richtig sein. Ich muss mich hier nicht für eine Seite entscheiden.


Ich hätte die Einladung nach Chamonix sofort angenommen.

Ohne zu zögern, mit gepacktem Koffer und vermutlich mit einem zweiten Koffer nur für Schuhe. Ich hätte gerne von dort berichtet, weil ich glaube, dass jemand, der Mode und Laufen gleichzeitig ernst nimmt, aber eben nicht zu ernst, in dieser Woche Dinge sieht, die sonst niemand aufschreibt und ein Narrativ lebt, das fernab von Performance stattfindet. Läufer:innen reden ständig über Pace und Höhenmeter und fast nie darüber, warum wir alle aussehen wie aus demselben Lookbook.


Zu uncool für Chamonix? Möglich. Aber ich wüsste immerhin genau, was ich anziehe.


FAQ


Gehört der UTMB zu HOKA?

Nein. HOKA ist Titelpartner der wichtigsten Rennen des Zirkus, im Naming seit April 2024 und vertraglich bis 2028. Die Mehrheit am UTMB-Konzern liegt bei der Gründerfamilie Poletti, eine Minderheitsbeteiligung hält die Ironman Group.


Warum wird der UTMB so oft kritisiert?

Die Kritik dreht sich um drei Punkte: die schnelle Expansion der Rennserie von 42 Rennen (2024) auf 67 (2026), die kommerzielle Verdichtung der Rennwoche in Chamonix und die Belastung für den Ort. Der neue Bürgermeister hat das Markendorf 2026 verkleinert und will die Zahl der Läufer:innen in Naturschutzgebieten senken.


Was kostet ein Startplatz beim UTMB?

Das Startgeld für die Hauptdistanz liegt 2026 bei 479 Euro, dazu kommen acht Prozent Bearbeitungsgebühr und ein CO2-Beitrag, der sich nach der Anreise berechnet. Vorher braucht man Running Stones und Losglück.


Warum sehen Trailrunner:innen alle gleich aus?

Zum Teil aus technischen Gründen, weil viele Marken dieselben Anforderungen mit derselben Lösung beantworten. Zum größeren Teil aber, weil sich ein gemeinsamer visueller Code etabliert hat, den Marken gesetzt und Social Media verstärkt haben.


Quellen:

HOKA UTMB Mont-Blanc: Animationsprogramm 2026. https://montblanc.utmb.world/discover/the-event/animation

HOKA UTMB Mont-Blanc: Anmeldebedingungen 2026. https://montblanc.utmb.world/races-runners/registrationconditions

UTMB World Series: HOKA als Titelpartner bis 2028. https://utmb.world/news/Hoka-title-partner-announcement

Nike: Race Report ACG G.O.A.T. 1000, 24.08.2026. https://www.nike.com/il/a/acg-goat-1000-vertical-kilometre

Sentier Chamonix, ein Projekt von Ravanel und Nike. https://sentier-chamonix.com

Trail Runner, Doug Mayer: Is the UTMB World Series on the Right Track, aktualisiert 07.08.2026. https://www.trailrunnermag.com/races/is-the-utmb-world-series-on-the-right-track/

InsideHook, Tanner Garrity: The Scene at the Super Bowl of Trail Running, 18.09.2025. https://www.insidehook.com/running/utmb-chamonix-trail-running

u-Trail: L'UTMB fait 30 millions d'euros de chiffre d'affaires. https://www2.u-trail.com/lutmb-fait-30-millions-deuros-de-chiffre-daffaires/

u-Trail: UTMB 2026, quel est le prix d'un dossard solidaire. https://www2.u-trail.com/utmb-2026-quel-est-le-prix-dun-dossard-solidaire/

Reference Trail: UTMB et influenceurs, le vrai pourcentage de dossards. https://reference-trail.fr/utmb-et-influenceurs-le-vrai-pourcentage-de-dossards-enfin-revele/

Trail Running World: UTMB, die Fastfood-Kette der Berge. https://www.trailrunningworld.net/utmb-die-fastfood-kette-der-berge/

Trailhead, UltraSignup: UTMB 2026, Everything You Need to Know. https://trailhead.ultrasignup.com/competition/need-to-know-utmb-2026/

Chris Z: Chamonix Is Being Activated to Death. https://dasz.substack.com/p/chamonix-is-being-activated-to-death

Running Supply, Cole Townsend: You don't always need a fit to go run. https://runningsupply.substack.com/p/you-dont-always-need-a-fit-to-go

Geeklocker: Convergent Product Design and the Marathon du Mont-Blanc. https://geeklocker.substack.com/p/convergent-product-design-the-marathon-du-mont-blanc

Runlovers: The Aesthetics of Trail Running and Its Visual Evolution. https://runlovers.it/en/2026/trail-running-aesthetics-photography-culture/

Blogmaldito: UTMB Postureo Starter Pack, 24.08.2026. https://blogmaldito.com/2026/08/24/utmb-postureo-starter-pack/

T3: Nike turns the mountains of Chamonix into camouflage. https://www.t3.com/active/outerwear/nike-acg-chamo-camo-collection-launch-0726

Wikipedia: World Triathlon Corporation. https://en.wikipedia.org/wiki/World_Triathlon_Corporation


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