• Nele Doerk

Nachhaltige Sportbekleidung: Diese Marken sind fairtrade und funktional

Aktualisiert: 30. Sept 2019

Nachhaltigkeit gewinnt in vielen Lebensbereichen immer mehr an Bedeutung – auch bei Sportmarken. Diese Labels sind fair und funktional

Nachhaltig, cool und praktisch: Die Lauf-Tight von Ambiletics Foto: PR, Ambiletics

Nachhaltigkeit in der Sportbranche

Ehrlich gesagt möchte ich es mir an dieser Stelle sparen zu erwähnen, dass die Eigenschaft nachhaltig heutzutage längst nicht mehr olivgrün, altbacken und trist bedeutet. Das wissen wir. Stattdessen möchte ich hervorheben, dass sich auch die Sportindustrie zunehmend um faire Kleidung bemüht und spannende Innovationen auf den Markt bringt, denen wir Sportler unsere Aufmerksamkeit schenken sollten.

Es wäre falsch auch zu behaupten, dass ich beim Kauf von neuer Laufkleidung ausschließlich auf faire Labels achte, denn das tue ich nicht. Auch in meinem Kleiderschrank liegen T-Shirts, Tights & Co., die bestimmt nicht 100% ökologisch hergestellt wurden. Doch genau wie der Markt der Nachhaltigkeit entwickelt sich auch der Konsument in seinem Kaufverhalten.


Mit diesem Beitrag möchte ich euch deshalb ein paar Labels näher bringen, die mich in Sachen Funktionalität überzeugen, OBWOHL sie nachhaltig sind. Ich hoffe darauf, dass das Wort OBWOHL in diesem Zusammenhang bald keine Einschränkung mehr beschreibt, sondern in den Köpfen vieler Menschen ganz verschwinden wird.


Was ist nachhaltige Sportbekleidung?

Nachhaltigkeit schließt die Verwendung umweltschonender und erneuerbarer Ressourcen ein, gut bezahlte Arbeitskräfte, die in angemessener Atmosphäre arbeiten sowie soziale Aspekte und Entsorgung. Es geht also nicht nur um die Materialien selbst, sondern auch um die Art der Produktion und letztendlich um das, was der Konsument nach dem Tragen der Kleidung für schonende Optionen hat. Hierzu zählt zum Beispiel der schonende Waschgang von Sportkleidung (der trotzdem den Schweiß verschwinden lässt).

Die Herausforderung: Minimale Ressourcenbelastung und maximale Qualität der Produkte – dies ist vor allem bei Sportkleidung gar nicht so einfach.


Nachhaltige Sportmarken – diese Marken sind fairtrade

An dieser Stelle möchte ich euch gerne vier Labels vorstellen, die in puncto Nachhaltigkeit schon sehr weit sind oder einen wichtigen Ansatz verfolgen.

  • Ambiletics – nachhaltige Activewear

Das Berliner Label Ambiletics ist noch neu auf dem Markt und bietet farbenfrohe und qualitativ hochwertige Sportkleidung. Das coole daran: Die Klamotten bestehen ganz oder teilweise aus recyceltem PET-Flaschen, gefertigt werden Sport-BHs, Leggings und Tops in Polen. Die Produktionskette ist zu 100% vegan und Ambiletics ist sogar PETA zertifiziert. Ich muss ehrlich sagen, dass die Sachen nicht 100-prozentig zum Laufen geeignet sind, da Kompressionsnähte in den Hosen fehlen, die das Laufen unterstützen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht möglich ist. Es ist eine reine Frage des Geschmacks.


  • Mandala – nachhaltige Yogawear

Vielleicht habt ihr von dem Label „Mandala“ schon einmal gehört. Zugegeben: Auch hierbei handelt es sich in erster Linie nicht um typische Laufbekleidung, aber je nach Körbchengröße sind die Sport-BHs auch zum Laufen geeignet, die Tops eignen sich perfekt zum unterziehen – vor allem für die Laufbekleidung im Winter. Mandala benutzt die Naturfaser Tencel aus nachhaltiger Fortwirtschaft, GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle und recyceltes Polyester mit quick-dry Technologie – so besteht jede Leggings aus zehn verwerteten Plastikflaschen. Ich selbst besitze eine Yogahose sowie eine Sweathshirt-Jacke. Die Hose ist unglaublich bequem und sitzt über dem Bauchnabel, was für mich puren Komfort darstellt.

Bequem und nachhaltig: Sweatshirt-Jacke und Tight von MANDALA
  • Sportbekleidung von TAO

TAO ist eine Sportmarke für funktionale Bekleidung und produziert seit 2018 ausschließlich in Europa. Zudem erfüllt das Label den Global Organic Textil Standard (GOTS) und stellt somit nur Textilien aus biologischen Naturfasern her. Was ich persönlich sehr cool finde, ist die Laufjacke aus dem Meer: Das Material stammt aus Slowenien, darunter befinden sich Fischernetze, Stoffreste und Plastikmüll aus dem Meer. Daraus entsteht Nylon und folglich die Basis für das Material ECONYL. Das Besondere daran ist, dass das Material immer und immer wieder regeneriert werden kann, ohne, dass es dabei an Qualität verliert. Ein nachhaltiger Prozess des Recyclings.


  • Adidas

Adidas gehört zu den Labels, die in Sachen Nachhaltigkeit nicht an der Spitze stehen, aber die sich seit Jahren um umweltschonende Produktionsvorgänge bemühen und positiv verbessern. In meinem Kopf hat sich ganz stark das Projekt „Run for the Oceans“ festgesetzt. Adidas und Parley for the Oceans haben 2018 dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen die Verschmutzung der Weltmeere zu setzen und veranstalteten eine globale Laufbewegung: Jeder gelaufene Kilometer spendet 1 Dollar an das Projekt. Übrigens: Seit 2015 arbeitet Adidas mit „Parley for the Oceans“ zusammen; 2017 kam der Adidas Ultra Boost mit Parley Ocean Plastic™ auf den Markt, der aus recyceltem Plastikmüll besteht, der am Strand gefunden wurde. Ich selbst besitze auch so einen Schuh und finde ihn für den Alltag sehr gut!


Wieso ist Nachhaltigkeit bei Sportkleidung so „schwierig“?

Zwar gibt es ein paar nachhaltige Sportmarken oder Labels, die zumindest ansatzweise faire Materialien aufweisen, aber in der Gesamtsumme gesehen, sind es doch sehr wenige. Vor allem bei Laufschuhen ist es sehr schwer, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Noch ist es nicht gelungen, die Funktionalität und die relevanten Eigenschaften, die ein Laufschuh aus rein „gelenkschonender“ Sicht aufweisen muss, mit nachhaltigen Materialien zu vereinen. Im Regelfall bedeutet dies leider: Je mehr Funktionalität ein Kleidungsstück aufweist, desto weniger ist es nachhaltig produziert.


Ich muss gestehen, dass mir Funktionalität bei Laufbekleidung extrem wichtig ist. Wenn alles perfekt sitzt, atmungsaktiv ist, mich vor Kälte schützt und schweißabsorbierend ist, dann fühle ich mich beim Laufen nicht nur wohl, sondern auch sehr sicher. Nichtsdestotrotz achte ich auf ein Fairtrade-Siegel und wäge ab, ob ich ein bestimmtes Teil wirklich (auch noch) brauche oder nicht.




*unbezahlte Werbung, Markennennung

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